Staatliche Unterstützung – Förderung für die Existenzgründung

Geld&Rosen

Welche Zuschüsse gibt es, und wer kann sie in Anspruch nehmen?

Es gibt Beratungskostenzuschüsse vor und nach der Gründung sowie Kredite mit besonderen Konditionen für GründerInnen. Und
es gibt den Gründungszuschuss für diejenigen, die aus der
Arbeitslosigkeit gründen.

Wer welche Förderung für Unternehmensberatung in Anspruch nehmen kann, gliedert sich grob in zwei Kategorien: vor
der Gründung und nach der Gründung.

Die Förderlandschaft in Deutschland ist wechselhaft. Es gibt Bundeszuschüsse, die von allen genutzt werden können und in den einzelnen Bundesländern gibt es darüber hinaus spezifische Zuschussprogramme.
Manchmal gibt es auch kommunale Förderungen, je nach Region.
Sie können diese selbst bei Ihrer Wirtschaftsförderung erfragen.

 

Beratungskostenzuschüsse vor der Gründung
Wenn Sie sich gerade als YogalehrerIn selbständig machen
wollen und Beratung brauchen, dann gibt es nur Beratungs-
kostenzuschüsse aus Programmen der Bundesländer.
Zu den Inhalten der Beratung gehören die Entwicklung, Prü-
fung und Umsetzung der Gründungsidee sowie die Erstellung
des Businessplans mit dem Ziel, etwas Neues zu gründen oder eine Yoga-Schule zu übernehmen. Förderfähig sind alle betriebswirtschaftlichen Aspekte und alle Fragestellungen zum Thema Marketing. Ausgeschlossen sind meistens Steuer-,
Rechts- und Versicherungsberatungen.

Die Voraussetzung für die Förderung ist immer, dass Sie eine Vollexistenz in dem jeweiligen Bundesland aufbauen wollen.
Sie dürfen mit dem Vorhaben noch nicht begonnen haben,
und der Antrag muss vor dem Beginn der Beratung gestellt
werden und bewilligt sein. Da die meisten Beratungsförde-
rungen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) be-
stritten werden, müssen Sie darauf achten, ob es Kollisionen mit anderen Förderprogrammen gibt und die sogenannte »De-minimis« Vorschrift (1) der EU beachten.

Gründung aus der Arbeitslosigkeit
Die Agentur für Arbeit – vorausgesetzt Sie erhalten ALG I – und die ARGE – vorausgesetzt Sie erhalten ALG II – können Bildungsgutscheine ausstellen, mit denen Sie eine Fortbildung bezahlen können. Diesen Gutschein können Sie nutzen, um Ihre Wissenslücken zu schließen, z.B. durch die Teilnahme aneinem Existenzgründungs- oder Buchführungsseminar. Angebote und Einzelheiten finden Sie unter www.kurs.de.
Wenn Sie ALG I beziehen, können Sie den Gründungszuschuss in Anspruch nehmen. Das ist zurzeit die einzige staatliche Förderung, die den Start in die Selbständigkeit finanziell
abfedert. Die Voraussetzung ist, dass Sie noch mind. 90 Tage Anspruch auf ALG I haben.

Sie stellen Ihren Antrag bei der Agentur für Arbeit und müssen dann folgendes vorlegen: den Businessplan, eine fachkundige Stellungnahme (Berufsverband BDY, Unternehmensberatung z.B. Geld & Rosen, Steuerberatung) und den Nachweis Ihrer persönlichen Eignung (Berufserfahrung oder Fortbildungfachlich und kaufmännisch).

Es gibt zwei Förderphasen: in der ersten Förderphase (Pflichtzuschuss) erhalten Sie neun Monate den Gründungszuschussin Höhe des ALG I und zusätzlich 300 Euro pauschal.
Danach muss das unternehmerische Handeln nachgewiesen werden,durch die Vorlage einer Einnahmen Überschussrechnung und eines Berichts über den Verlauf des Unternehmens. Damit kommen Sie in die zweite Förderphase (Kannzuschuss)und erhalten für weitere sechs Monate 300 Euro pauschal.

Folgende Besonderheiten sind damit verknüpft:

  •  Der Restanspruch auf ALG I wird im Zeitraum der Förderung verbraucht.
  • Der Anteil, den das ALG in der ersten Förderphase ausmacht, wird in der Sozialversicherung als Einkommen behandelt, der Pauschalzuschuss nicht. Das ist für die Berechnung der Beiträge für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung wichtig. www. arbeitsagentur.de

Neu ist seit 01.10.2008, dass bei Gründung aus der Arbeitslosigkeit, wenn Sie den Gründungszuschuss erhalten, über das Gründercoaching Deutschland (s.u.) ebenfalls Coachingzuschüsse gezahlt werden. Der Zuschuss beträgt 90 Prozent des Beratungshonorars bei einem Tagessatz von max. 800 Euro.
Die Höchstfördersumme beträgt 3.600 Euro.

Wenn Sie noch im ersten Jahr der Gründung sind und bereits das ESF-Coaching über die Arbeitsagentur (die Förderung endete zum 30.09.2008) genutzt haben, können Sie die 90 Prozent Förderung ebenfalls in Anspruch nehmen bis zu dem
oben genannten Zuschussbetrag. Ihr bereits erhaltener Beitrag würde davon abgerechnet.

Wenn Sie ALG II beziehen, kann nach § 29 SGB II ein Ein-
stiegsgeld bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit ge-
zahlt werden. Die Fördervoraussetzungen sind:

  • Tragfähigkeit des Geschäftsvorhabens (Gutachten)
  • Hilfebedürftigkeit trotz Einkünften aus selbständiger Tätigkeit, also mindestens einen Anspruch auf aufstockendes Arbeitslosengeld II
  • Einkommensanrechnung nach §§ 9, 11, 12 und 30 SGB II

Das Gründercoaching Deutschland
Diese Förderung ist trotz dieses Namens ein Beratungskostenzuschuss nach der Gründung. Wenn Sie als YogalehrerIn tätig sind oder eine Yoga-Schule haben und daran denken,  Ihr Unternehmen auszubauen oder Sie wollen Ihr Konzept überdenken, dann können Sie das Gründercoaching Deutschland in Anspruch nehmen und sich über eine Beraterbörse kompetente Fachleute suchen.

  • 75 Prozent in den neuen Bundesländern (außer »Phasing Out«-Regionen)
  • 50 Prozent in den alten Bundesländern einschließlich Berlin (außer »Phasing Out«-Region Lüneburg)
  • 75 Prozent in den »Phasing Out«-Regionen Halle, Leipzig, Südwestbrandenburg und Lüneburg. (2)

Wie gehen Sie jetzt am besten vor, um einen Antrag zu stellen?
Sie finden die entsprechenden Antragsunterlagen im Internet www.kfw-mittelstandsbank.de.
Dort finden Sie auch eine Liste, der von der KfW akkreditierten Regionalpartner. Bei Gründung aus der Arbeitslosigkeit können Sie sich auch neben der Agentur für Arbeit an die kommunale Wirtschaftsförderung
wenden.
Eine dieser Stellen suchen Sie persönlich auf und schildern dort Ihr Beratungsanliegen. Von dort wird Ihr Antrag mit einer Empfehlung zur Bezuschussung an die KfW weitergeleitet. Sie dürfen sich gerne vorher mit einer UnternehmensberaterIn oder SteuerberaterIn besprechen, auch hier gibt es kostenlose Vorgespräche. Sie sollten daraufachten, dass diese Person in der KfW-Beraterbörse
(www.kfw-beraterboerse.de) gelistet ist, weil Sie nur dann auch bei ihr das Coaching machen können. Wichtig für dieses Gespräch ist, den Umfang der Beratung und die Inhalte abzuklären. Erst nach der Bewilligung dürfen Sie mit dem Coaching starten. Es wird ein Vertrag geschlossen, in dem die Höhe des Honorars, die Coachinginhalte und der Zeitraum festgelegt werden.

Starthilfen in Form von Krediten
Es gibt Gründungsdarlehen zur Finanzierung des Kapitalbedarfs und verschiedene Programme zur Vergabe von Krediten. Da diese Bedingungen sich am häufigsten wandeln, informieren Sie sich vor

Ort bei www.kfw.de oder www.nrwbank.de.

Seminar oder BeraterIn
Wenn Sie vor einer Gründung stehen, sollten Sie sich zuerst einige Fragen stellen: Brauche ich eine Beratung? Genügt für mich vielleicht ein Existenzgründungsseminar beim BDY oder ein Buchführungskurs?  Oder weiß ich aus meiner vorhergehenden Berufstätigkeit genug, um ein kleines Unternehmen zu leiten?

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